Donnerstag, 9. April 2015

Warum neue Parkpositionen zusätzlichen Lärm bringen werden

Fragt man die Nachbarn in den Einflugschneisen, wann die meisten Flieger unterwegs sind und die Lärmbelastung besonders auffällig ist, so nennt die große Mehrheit die Zeit von 6 bis 7 und den späten Abend bis in die Nacht.

Erkundigt man sich dagegen bei den Flughafenbtreibern nach den Spitzenstunden des Betriebes, so nennen sie die die Zeiträume 7 bis 8 Uhr, 10 bis 12 Uhr, 13 bis 14 Uhr und 17 bis 20 Uhr (Seite 6).

Täuscht die Menschen Ihre Wahrnehmung oder werden von der Flughafenleitung gezielt Fehlinformationen verbreitet? Ein Blick in die Statistik, die die Initative "Bürger gegen Fluglärm"  auf Basis der täglich vom Flughafen veröffentlichten An- und Abflüge erstellt, bringt Aufklärung. Die Aussagen des Flughafens treffen  im Hinblick auf die Flugbewegungen pro Stunde weitgehend zu!

Täuscht uns also unsere Wahrnehmung, weil wir den Lärm in ruhigen Nachtstunden natürlich viel intensiver erleben als am Tage, wenn der Umgebungslärm insgesamt lauter ist? Nein, dieser Sachverhalt verschärft zwar in der Tat das Lärmerlebnis erheblich, aber wir haben tatsächlich auch die meisten Überfüge in den Stunden zwischen sechs und sieben sowie zwischen 22 und 23 Uhr!

Was wir hier erleben, ist nur ein scheinbarer Widerspruch. Der Beobachter am Boden ist zu einem bestimmten Zeitpunkt immer entweder ausschließlich von Starts oder umgekehrt ausschließlich  von Landungen betroffen. Der jahrelange schleichende Ausbau der Zahl der Parkpositionen hat es möglich gemacht, dass in den Randstunden des Betriebes in Düsseldorf nahezu ausschließlich gelandet oder gestartet wird.

Die Folge ist, dass sich  der Lärm in diesen Stunden auf der einen Seite des Bahnsystems konzentiert. Anders ausgedrückt: 40 Flugbewegungen pro Stunde erleben die Flughafenanwohner mittags in Form von zwanzig Lärmereignissen. Sie verteilen sich auf zwei Gruppen von Betroffenen. Wenn in der Nacht dann ausschließlich gelandet wird, entsprechen 40 Flugbewegungen 40 Lärmereignissen. Und dieses Inferno tobt in den Zeiten, in denen die Menschen besonders empfindlich reagieren: extreme Belastungen in den Randzeiten, Durchschittslärm über Tag.

Aus Sicht der Bevölkerung brauchen wir deshalb weniger eine Beschränkung der Flugbewegungen in Summe, als vielmehr einen Rückbau der vorhandenen Parkpositionen und die strikte Nachtruhe von zweiundzwanzig bis sechs Uhr.

Der vorliegende Antrag des Flughafens zielt nach den vorab veröffentlichten Ankündigungen auf die nachträgliche Absegnung bereits gebauter Abstellpositionen, die Genehmigung acht zusätzlicher Abstellpositionen und 13 zusätzlichlich planbare Flugbewegungen pro Stunde. Wenn, was nach Lage der Dinge sicher anzunehmen ist, diese 13 zusätzlichen Flugbewegungen morgens auschließlich für Starts und abends  ausschließlich für Landungen genutzt würden, bedeutet das eine Verdopplung der Lärmwirkung.









Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen